BETROFFENEN-PERSPEKTIVE
Gesprächsführung in sensiblen Situationen
Das Angebot richtet sich schwerpunktmäßig an Fachkräfte, die beruflich mit Betroffenen von Grenzverletzungen, Gewalt und Kriminalität in Kontakt stehen. Der erste Kontakt nach einer Gewalterfahrung ist für Betroffene richtungsweisend – und für Organisationen ein sensibler Moment mit großer Verantwortung. Unsichere oder unbedachte Kommunikation kann Vertrauen beeinträchtigen, während ein professioneller, respektvoller Umgang Stabilität und Orientierung vermittelt.
Verantwortungsvoller Umgang und betroffenensensible Kommunikation
Das Training des WEISSER RING Impact Campus fördert:
- Glaubwürdigkeit: Institutionen, die betroffenensensible Kommunikation stärken, erhöhen ihre fachliche Qualität.
- Handlungskompetenz: Fachkräfte erlangen Sicherheit im Umgang mit emotional belastenden Gesprächen.
- Organisationsreputation: Institutionen positionieren sich als verantwortungsbewusst und mitarbeitendenorientiert.
Inhaltliche Schwerpunkte des Trainings:
- Sensible Kommunikationsgrundlagen: Typische Belastungen und Reaktionen nach Grenzverletzungen (bspw. Gewalterfahrungen), Erwartungen und Bedürfnisse von Betroffenen im Erstkontakt sowie Kommunikationsstrategien
- Haltung und Rolle im Kontakt mit Betroffenen: Empathie und professionelle Distanz sowie die Vermittlung von Sicherheit und Orientierung im Gespräch
- Besondere Herausforderungen in Gesprächen: Umgang mit emotionalen Reaktionen sowie mit Unsicherheit, Scham oder Angst
- Unterstützungs- und Hilfsangebote: Überblick über regionale Beratungsangebote sowie Unterstützungsmöglichkeiten durch den WEISSEN RING e. V.
- Weitervermittlung und Orientierung: Aufzeigen hilfreicher nächster Schritte
Betroffenensensible Kommunikation: Professionell und empathisch im Kontakt mit Betroffenen von Gewalt und Kriminalität
Das Training vermittelt Grundlagen betroffenensensibler Kommunikation und stärkt die Kompetenz von Fachkräften, die beruflich mit Menschen, die Gewalt oder Kriminalität erfahren haben, in Kontakt stehen – etwa Mitarbeitende in Behörden und öffentlichen Einrichtungen, Justiz und Verwaltung, Beratungsstellen und sozialen Diensten. Neben Hintergrundwissen über Bedürfnisse und Erwartungen von Hilfesuchenden stehen praxisnahe Übungen zur Gesprächsführung im Mittelpunkt.
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Zum KontaktformularBetroffenensensible Kommunikation: Der erste Kontakt zählt
Von Grenzverletzungen, Gewalt oder Straftaten Betroffene wenden sich häufig zunächst an Institutionen, Beratungsstellen, Behörden oder Organisationen, um Hilfe zu suchen. Dieser erste Kontakt ist oft entscheidend: Für sie ist es relevant, ernst genommen zu werden, Orientierung zu erhalten und Unterstützung zu erfahren. Grundlage sollte daher sein, die Perspektive der Betroffenen einnehmen zu können, um folgende Frage zu beantworten: Was erwarten und was brauchen sie? Das erfordert ein Gegenüber, das professionell agiert, aber auch empathisch, geduldig, achtsam und wertschätzend auftritt. Solch eine betroffenensensible Kommunikation kann in praxisnahen Trainings und Rollenspielen mit echten Situationen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden geübt werden.
Kommunikative Fähigkeiten stärken
Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil der Betroffenenhilfe. Sie befähigt Fachkräfte, die Menschen mit Gewalterfahrung (anonym) beraten, dazu, ein tieferes Verständnis für deren Situation und Bedürfnisse zu entwickeln. Das beinhaltet zum einen die Stärkung der kommunikativen Fähigkeiten im Umgang mit emotional herausfordernden Gesprächssituationen. Zum anderen lernen die Fachkräfte, ihre eigene Rolle und Haltung im professionellen Kontakt mit Hilfesuchenden zu reflektieren. Dabei zielt die Gesprächsführung in sensiblen Situationen darauf ab, Vertrauen zu schaffen und die Würde der Hilfe suchenden Person zu stärken. Eine Retraumatisierung dagegen soll durch respektvolle und umsichtige Formulierungen vermieden werden.
Unsere Trainer:innen
Unsere Trainer:innen sind professionell ausgebildet und verbinden fundiertes Fachwissen mit konkreter Anwendungspraxis. Durch ihre Erfahrung in der Ausbildung und Begleitung ehrenamtlich Engagierter des WEISSEN RINGS bringen sie zudem ein tiefes Verständnis für die Werte, Haltung und besondere Verantwortung des Vereins mit.
Unterstützung in der Kommunikation mit Hilfesuchenden
Institutionen ermöglichen ihren Mitarbeitenden durch die Teilnahme an einem Training zur betroffenensensiblen Kommunikation Handlungssicherheit im Umgang mit emotional belastenden Gesprächen. Die Teilnehmenden setzen sich zunächst mit den Bedürfnissen von Personen mit Gewalterfahrung auseinander. Darauf aufbauend vermitteln erfahrene Trainer:innen zentrale Grundlagen der Kommunikation. Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie Kommunikation funktioniert, welche Botschaften hinter Aussagen stehen können und wie darauf professionell reagiert wird – insbesondere in Situationen, in denen nonverbale Signale fehlen, etwa im telefonischen Kontakt. Ein besonderer Fokus liegt auf praxisnahen Übungen: In realitätsnahen Gesprächssimulationen werden Gespräche und Telefonate zwischen Berater:innen und Betroffenen geübt und anschließend in der Gruppe ausgewertet.
Die Betroffenenperspektive im Zentrum
Die Kommunikation in sensiblen Situationen setzt eine betroffenenzentrierte Perspektive voraus. Lage und Anliegen derjenigen, die Gewalt erfahren haben, werden wertungsfrei ernst genommen, ohne sie zu relativieren oder anzuzweifeln. Denn im Mittelpunkt von Handeln und Beratung stehen die Bedürfnisse, Werte, Wünsche und das Erleben der Menschen mit Gewalterfahrung. Dazu gehört, ihnen Unterstützung anzubieten oder aufzuzeigen, wo sie Unterstützung erhalten können. Betroffenenzentriertheit bedeutet aber auch, die Person nicht unter Handlungsdruck zu setzen. Denn diese entscheidet selbst, wie sie mit dem Erlebten umgeht.
FAQs
Was bedeutet betroffenensensible Kommunikation?
Betroffenensensible Kommunikation bedeutet, das emotionale Erleben einer Person wertfrei annehmen - und Emotionen zulassen. Der Ansatz beschreibt einen professionellen und empathischen Umgang mit Menschen, die Gewalt jeglicher Art, Kriminalität oder grenzverletzendes Verhalten erlebt haben – etwa körperliche, psychische oder sexualisierte Übergriffe. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen, Sicherheit zu vermitteln und die Betroffenenperspektive, also die Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse der hilfesuchenden Person, in den Mittelpunkt zu stellen, ohne sie zu überfordern oder zu retraumatisieren.
Quelle Definition betroffenensensible Kommunikation: Tipps für Medien für eine betroffenensensible Berichterstattung
Wer profitiert von einem Kommunikationstraining für sensible Situationen?
Das Training stärkt die Handlungssicherheit im Umgang mit emotional belastenden Gesprächen von Fachkräften, die beruflich mit Betroffenen arbeiten, z. B. in Behörden, öffentlichen Einrichtungen, Verwaltung, Beratungsstellen, sozialen Diensten, Hotlines oder der Justiz. Gleichzeitig verbessert es die Qualität der Unterstützung, was sich positiv auf die Organisationsreputation auswirkt.
Quelle Wirkung Kommunikationstraining: https://www.imvr.de/studie-zu-interprofessionellem-kommunikationstraining/
Warum ist eine betroffenenorientierte Haltung im Unternehmen entscheidend?
Unternehmen, die eine betroffenenorientierte Haltung einnehmen, erhöhen ihre fachliche Qualität, stärken ihre Glaubwürdigkeit und positionieren sich als verantwortungsbewusst. Gleichzeitig gewinnen Mitarbeitende mehr Sicherheit im Umgang mit sensiblen Situationen, was sich positiv auf Vertrauen und Zusammenarbeit auswirkt.
Wie können Unternehmen Mitarbeitende im Umgang mit sensiblen Situationen schulen?
Unternehmen können Mitarbeitende durch gezielte Trainings, Workshops und praxisnahe Übungen im Umgang mit sensiblen Situationen schulen. Inhalte wie Kommunikationsgrundlagen und -strategien sowie Gesprächssimulationen vermitteln Handlungssicherheit und stärken die Fähigkeit, professionell und empathisch zu reagieren. Ergänzend fördern klare Leitlinien und feste Ansprechstrukturen den sicheren Umgang im Arbeitsalltag.
Quelle Wirkung der Trainings: https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/4436
Welche Fehler passieren häufig im Umgang mit Betroffenen?
Häufig werden die Erfahrungen von Betroffenen relativiert oder hinterfragt. Ein Fehler in der Betroffenenhilfe ist es auch, vorschnell Lösungen vorzugeben. Außerdem können unsensible Formulierungen, Wertungen, fehlende Empathie oder das Ausüben von Handlungsdruck Vertrauen beeinträchtigen und im schlimmsten Fall retraumatisierend wirken.
Quelle Fehler Betroffenenkommunikation: https://beauftragte-missbrauch.de/presse/tipps-fuer-medien-fuer-eine-betroffenensensible-berichterstattung